Syndrom: Segen oder Fluch?

Was ist ein Syndrom, Krankheitsbild und Symptomenkomplex

Chronic Fatigue Syndrom CFS ist ein Krankheitsbild. Es fasst eine Gruppe von Symptomen in ein Krankheitsbild zusammen, das gehäuft bei Patienten gefunden wurde und bei denen nach Ausschluss aller anderen möglichen Krankheiten keine medizinisch gängige Diagnose gestellt werden kann.

Ein Krankheitsbild (Syndrom) wird von mehreren Ärzten und Professoren definiert, wenn eine ganze Gruppe von Patienten mit gleichen Symptomen gehäuft auftreten. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) nimmt CFS als neurologisches Krankheitsbild mit dem Diagnoseschlüssel ICD-10 IV (International Classification of Diseases) unter der Ziffer G 93.3 mit dem Namen „CFS, postvirales Erschöpfungssyndrom, einschliesslich benigne myalgische Enzephalomyelitis“ auf. Darauf beginnt die Wissenschaft nach der Ursache zu suchen und therapeutische und medizinische Hilfeleistungen zu erarbeiten.

Die einen Ärzte sagen abschätzig, es ist nur ein Syndrom, folglich keine Krankheit, denn tatsächlich ist es wissenschaftlich medizinisch nur eine Beschreibung eines Symptomenkomplexes und noch nicht eindeutig nachweisbar. Andere Ärzte sehen die schwere Behinderung ihrer Patienten und stehen ihnen auf diesem Weg bei, im Wissen, dass schon andere Krankheitsbilder wie z.B. MS belächelt und als psychisch abgetan wurden und heute klar ist, dass vielen Menschen mit MS so zwar unwissend, doch zu unrecht zusätzlich der Weg erschwert wurde.

Auch versicherungstechnisch scheint das CFS eine gute Möglichkeit zu sein, um Rentengelder einzusparen, auch wenn in verschiedensten Ländern die Erforschung auf hohe Dringlichkeit gestuft wurde. Auch im Inselspital, Bern läuft eine Studie. Würde ein Land so viel Geld für die Forschung ausgeben, wenn es ein nicht ernst zunehmendes Krankheitsbild wäre?

Syndrom: Segen oder Fluch?

  • Ein Segen ist, wenn nach langer Suche endlich dieSymptome in einem Krankheitsbild eingeordnet werden können, der Erkrankte einen Namen für den Zustand hat und damit der Umgang mit der Behinderung in Angriff genommen werden kann.
  • Ein Fluch ist es, dass viele Ärzte und Ämter Syndrome nicht wahrnehmen wollen und der Erkrankte einerseits zum Teil schädigend behandelt wird und andererseits die meisten früher oder später mit Fürsorgegeldern oder dank Familie überleben.

Es bleibt der Wunsch, dass eines Tages untersucht wird, was mit all den IV-Abgewiesenen geschah. Sind sie tatsächlich „mit ein wenig Willensanstrengung“ wieder arbeitsfähig? Hat sich der Zustand verschlechtert? Suizid? Oder hat sich der Zustand verbessert?