Zur Diagnose CFS/ME

Der erste Schritt: Aufgrund der Symptome werden mittels einer breit angelegten Untersuchung alle anderen schweren medizinischen wie auch psychiatrischen Krankheiten ausgeschlossen, die in Frage kommen könnten. Deshalb spricht man von einer Ausschlussdiagnose.

Zweiter Schritt: Die Diagnose CFS wird dann gestellt, wenn das Hauptsymptom vorhanden ist und mindestens 4 oder mehr Zusatzsymptome gleichzeitig oder alternierend während mehrerer Monate vorhanden sind. Bis heute sind keine Labortests vorhanden, um CFS festzustellen.

Als erste klinische Definition des CFS kann die sogenannte "kanadische Definition" betrachtet werden, die auf den Empfehlungen einer Gruppe von internationalen Experten zur Behandlung und Erforschung des CFS beruht.

Hauptsymptome:

  • Der Patient muss unter einem deutlichen Ausmaß einer neu aufgetretenen, anderweitig nicht erklärbaren, andauernden oder rezidivierenden körperlichen oder mentalen Erschöpfung leiden, die zu einer erheblichen Reduktion des Aktivitätsniveaus führt.
  • Zusatzverschelchterungund/oder Erschöpfung nach Belastung
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen

Die Krankheit muss seit mindestens sechs Monaten betsehen

Zusatzsymptome:
  • Einschränkung des Kurzzeitgedächtnisses und der Konzentration
  • Halsschmerzen
  • Empfindliche Lymphknoten im Hals- und/oder Achselbereich
  • Muskelschmerzen
  • Schmerzen mehrerer Gelenke ohne Schwellung oder Rötung
  • Kopfschmerzen eines neuen Typs, Musters oder Schweregrads
  • Keine Erholung durch Schlaf
  • Übelkeit
  • Starkes Krankheitsgefühl (Gefühl als wäre der Körper vergiftet)

Weitere Symptome:
  • Muskelsymptome, zu denen eine durch Anstrengung erzeugte Erschöpfung gehört, oft mit einer verlängerten Erholungszeit, Krämpfe und Zuckungen und Bereiche mit typischer Druckempfindlichkeit
  • Beeinträchtigung des Kreislaufs, einschliesslich kalter Hände und Füsse, Intoleranz gegenüber extremen Temperaturen und eine blasse Gesichtsfarbe
  • Zerebrale Dysfunktionen, einschliesslich Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, emotionale Labilität und Stimmungsschwankungen, Verwechslung von Worten, häufiges Wasserlassen, Intoleranz gegenüber lauten Geräuschen, Herzklopfen und Tachykardie

Die Symptome verschlimmern sich nach geistiger, körperlicher oder seelischer Überanstrengung.


CFS betrifft Kinder im Schulalter sowie Erwachsene bis ca. 60 Jahre. Mehrheitlich sind Frauen im mittleren Alter davon betroffen. Es ist eine schwere Krankheit, die zur teilweisen bis totalen Aufgabe aller Aktivitäten inklusive Schule oder Arbeit führt.

Für viele Ärzte ist das Krankheitsbild noch nicht sehr bekannt. Auch wenn die obige Beschreibung so einfach aussieht, ist es für den Arzt eine aufwendige und mit vielen Fragen behaftete Abklärung. Die oft fehlende Erfahrung mit CFS-Patienten erschwert die Unterscheidung zu anderen sehr ähnlichen Krankheitsbildern. Es kann zudem sein, dass es eine Mischung von CFS und einer anderen Krankheit ist, ob körperlicher oder psychischer Natur. Die genaue Abklärung ist für die weitere medizinisch-therapeutische Behandlung wichtig.

WHO
Die WHO hat das CFS in ihrem Diagnoseschlüssel ICD-10 IV (International Classification of Diseases) unter der Ziffer G 93.3 als neurologische Krankheit klassifiziert: CFS, postvirales Erschöpfungssyndrom, benigne myalgische Enzephalomyelitis.

Weitere Links zum Thema
Neue internationale Konsenskriterien (2011)
Bücher und Broschüren zum Thema CFS/ME

Begriffe / Abkürzungen


CFS



ME

ME/CFS


Syndrom

Tachykardie

WHO

Zerebrale Dysfunktion


Krankheitsbild


Ausschlussdiagnose

Chronic Fatigue Syndrom,
Chronisches Müdigkeitssyndrom,
Chronisches Erschöpfungssyndrom


Myalgische Enzephalomyelitis

Zwei verschiedene Begriffe für das
gleiche Krankheitsbild

Symptomenkomplex

Hohe Pulsfrequenz

Weltgesundheitsorganisation

Gestörtes Funktionieren des
Gehirns

Siehe auch "Syndrom: Segen oder
Fluch"

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